Report F1 Kurzfassung  
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Das Wichtigste in Kürze

Dem Projekt Swissmetro liegt die Idee für ein neues, unterirdisches Verkehrsmittel der Zukunft, das die wichtigsten Agglomerationen der Schweiz miteinander verbinden würde, zugrunde. Sie würde unterirdisch bei über 400 km/h verkehren, wobei die Fahrzeuge berührungsfrei, im Teil-Vakuum, unter Anwendung der Magnetschwebetechnik angetrieben werden. Bei der Swissmetro handelt es sich also um ein neues Verkehrsmittel, welches Nachfrage von den bestehenden abzieht, zudem aber auch neuen Verkehr induziert.

Ziel der vorliegenden Studie war, mit neuen Verfahren der Markt- und der Verkehrsforschung, die unter dem Namen "stated preference"-Methoden bekannt sind, die Nachfragewirkungen der Swissmetro im Korridor St.Gallen - Genève abzuschätzen. Zu diesem Zweck wurde ein Simulationsmodell entwickelt, welches die Interdependenzen zwischen der Nachfrage, den level of service-Variablen und den Fahrpreisen abbilden kann. Den Kern der Untersuchung bildeten spezielle Befragungen mit Personen, die auf den relevanten Verkehrsrelationen mit der Bahn und mit dem Personenwagen unterwegs waren. Die wichtigste Frage war dabei, wieviel Verkehr die Swissmetro bei ihrer möglichen Realisierung im Jahre 2015 auf der Achse St.Gallen-Genève von den SBB und vom Strassenverkehr abziehen würde und wieviel Neuverkehr sie induzieren würde.

Die Resultate der Untersuchung sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt:

Tabelle K-1:
Nachfrage Swissmetro, Infrastrukturangebot 2015, Nachfrage 2015, mit Neuverkehr

  Genève Lausanne Bern Zürich St.Gallen Total
Genève 0 12’707 6’663 3’966 578 23‘914
Lausanne 12’707 0 8’608 5’732 710 27‘757
Bern 6’663 8’608 0 20‘453 2’415 38‘139
Zürich 3’966 5’732 20‘453 0 14‘078 44‘229
St.Gallen 578 710 2’415 14‘078 0 17’781
Total 23‘914 27‘757 38‘139 44‘229 17’781 151‘820

Die grössten Verkehrsströme finden sich zwischen Zürich und Bern, Zürich-St.Gallen und Genève-Lausanne. Eine Umlegung dieser Zahlen auf das "Netz" der Swissmetro ergibt die folgenden Streckenbelastungen (nur eine Richtung):

Genève-Lausanne Lausanne-Bern Bern-Zürich Zürich-St.Gallen
23‘914 26‘257 33‘854 17‘781

 

Auftrag und Vorgehen

Dem Projekt Swissmetro liegt die Idee für ein neues, unterirdisches Verkehrsmittel der Zukunft, das die wichtigsten Agglomerationen der Schweiz miteinander verbinden würde, zugrunde. Sie würde unterirdisch bei über 400 km/h verkehren, wobei die Fahrzeuge berührungsfrei, im Teil-Vakuum, unter Anwendung der Magnetschwebetechnik angetrieben werden. Bei der Swissmetro handelt es sich also um ein neues Verkehrsmittel, welches Nachfrage von den bestehenden (SBB, Strasse) abzieht, zudem aber auch neuen Verkehr induziert.

Ob die Swissmetro realisiert werden kann, hängt in erster Linie von ihrer Wirtschaftlichkeit ab. Um die Frage der Wirtschaftlichkeit beantworten zu können, stellt sich als erstes die Frage, wieviel Verkehr sie generieren wird.

In der Verkehrsplanung werden bei solchen oder ähnlichen Fragestellungen, zunehmend neuartige Verfahren der Marktforschung eingesetzt, die unter dem Namen "stated preference"-Methoden bekannt geworden sind. Das Wort "stated" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Verkehrsverhalten aufgrund von individuellen Aussagen erklärt wird. Insbesondere werden diese Methoden bei hypothetischen Fragestellungen, wie sie auch die Swissmetro darstellt, eingesetzt.

Ziel

Ziel der vorliegenden Studie war, mit Hilfe dieser Methoden, die Nachfragewirkungen der Swissmetro im Korridor St.Gallen - Genève abzuschätzen.

Zu diesem Zweck wurde ein Simulationsmodell entwickelt, welches die Interdependenzen zwischen der Nachfrage, den level of service-Variablen und den Fahrpreisen abbilden kann. Dazu mussten zunächst Informationen bezüglich der vorhandenen Einzelmärkte und über die Anzahl Reisenden in diesen Einzelmärkten (Bahn, Strasse, Luft) beschafft werden. Im weiteren mussten Methoden entwickelt werden, um vorhersagen zu können, wie die Einzelmärkte auf die Einführung des neuen Verkehrsmittels Swissmetro reagieren würden. Und schliesslich musste der Effekt des induzierten Verkehrs abgeschätzt werden.

Ist-Nachfrage

Die Erfassung der Ist-Nachfrage erfolgte mit Hilfe verschiedener Quellen:

  • Statistiken der SBB
  • Spezielle Fahrgastbefragungen in den Zügen
  • Eigene Erhebungen zum Fernverkehr auf der A1 (Videobeobachtung des Autobahnverkehrs)
  • Postalische Befragung von Autobahnbenützern, die aufgrund der Videobeobachtung identifiziert werden konnten
  • Offizielle Statistiken zum Flugverkehr innerhalb der Schweiz

Die Entwicklung der Verkehrsmittelwahlmodelle basierte auf speziellen Befragungen, die als stated preference-Experimente konzipiert wurden. Für die Bahn- und für die Strassenbenützer wurden dabei insbesondere wegen den unterschiedlichen Interview-Möglichkeiten zwei unterschiedliche Befragungskonzepte entwickelt.

Mit den Bahnbenützern wurden die Interviews und stated preference-Experimente während ihrer aktuellen Reisen in den Zügen durchgeführt. Bei den Strassenbenützern musste zunächst mit Hilfe der Videobeobachtung, bei der die Kennzeichen der Fahrzeuge erfasst wurden, eine Stichprobe gebildet werden. Die Adressen der Halter konnten aufgrund der Kennzeichen eruiert werden. Mit diesen wurden die Interviews auf brieflichem Weg durchgeführt, wobei sie bei einer ersten Kontaktnahme nur angefragt wurden, ob sie sich für ein briefliches Interview zur Verfügung stellen würden.

Die Resultate dieser Befragungen und stated preference-Experimente bildeten die Grundlage für die Modellierung. Die entsprechenden Schätzverfahren wurden mit Hilfe eines speziellen statistisch-ökonometrischen Softwarepakets durchgeführt. Die dabei gefundenen Teilmodelle bilden die Grundlage für das Simulationsmodell, mit dem die Interdependenzen abgebildet werden können.

Da die voraussichtliche Inbetriebnahme der Swissmetro im Jahr 2015 erfolgen wird, musste die heutige Nachfrage hochgerechnet werden. Dies erfolgte aufgrund einer Studie des Dienstes für Gesamtverkehrsfragen (Perspektiven des schweizerischen Personenverkehrs 1990-2015, GVF-Bericht Nr. 218).

Die Berechnungen wurden für den sogenannten Planungsfall im Jahre 2015 durchgeführt. Dies bedeutet u.a., dass Bahn 2000 fertiggestellt ist und dass die Benützung der Swissmetro aufgrund eines Geschwindigkeitszuschlags 20% teurer ist als die SBB. Berechnet wurde die Anzahl Umsteiger von den SBB und von der Strasse sowie der induzierte Verkehr.

Resultate

Die Resultate der Untersuchung sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt:

Tabelle K-2:
Nachfrage Swissmetro, Infrastrukturangebot 2015, Nachfrage 2015, mit Neuverkehr

  Genève Lausanne Bern Zürich St.Gallen Total
Genève 0 12’707 6’663 3’966 578 23‘914
Lausanne 12’707 0 8’608 5’732 710 27‘757
Bern 6’663 8’608 0 20‘453 2’415 38‘139
Zürich